“Bedingungen institutioneller Stabilisierung lokaler Agenda 21-Prozesse – Modellhafte Stabilisierungspfade”

Ein durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördertes Projekt


Das von der Münchner Projektgruppe für Sozialforschung MPS e.V. in Zusammenarbeit mit B.A.U.M Consult und der Universität Bremen, ZWE Arbeit und Region, durchgeführte Projekt untersuchte die Bedingungen, unter denen lokale Agenda-Prozesse dauerhaften Charakter annehmen und nachhaltige institutionelle Innovationsprozesse in Gang setzen können. Die zentrale Frage dabei lautete, wie es gelingt, Agenda-Prozesse in einem durch widersprüchliche Interessen- und Problemlagen geprägten komplexen kommunalen Handlungsfeld institutionell so zu verankern, daß sie nicht in Nischen abgedrängt werden, sondern über die erste Konsultationsphase hinaus dauerhafte Lern- und Veränderungsprozesse in Richtung auf eine nachhaltige Gemeindeentwicklung in Gang setzen.

Das Projekt wurde in Form einer wissenschaftlich begleitenden und beratenden Aktionsforschung in vier Kommunen mit jeweils unterschiedlichen Problemlagen und Kontextbedingungen – Bremen und München als Großstädte, Güstrow und Herzogenaurach als Kleinstädte – über zwei Jahre hinweg, vom 1. April 1999 bis zum 31. März 2001, durchgeführt. Die Studie solle nicht nur systematische Aufschlüsse über Probleme und mögliche Stabilisierungpfade des Agenda-Prozesses in diesen vier Gemeinden liefern, sondern auf dieser Grundlage – und der in anderen Gemeinden gesammelten Erfahrungen – übertragbare, auf unterschiedlichen kommunale Problemlagen und Handlungschancen zugeschnittene kontextspezifische Stabilisierungsmodelle entwickeln.

In einem ersten Teil der Studie wurden, in enger Zusammenarbeit mit ICLEI, UBA, Agenda-Transferstelle und DIfU, die bisherigen Erfahrungen mit Agenda-Prozessen systematisch ausgewertet und die daraus sich ergebenden Stabilisierungs-Hypothesen in einem Workshop diskutiert. Im zweiten Teil der Studie wurden die lokalen Kontextbedingungen, der bisherige Entwicklungsverlauf des Agenda-Prozesses sowie die Art seiner Verknüpfung mit den relevanten Entscheidungs- und Handlungsebenen in den ausgewählten vier Kommunen rekonstruiert. Im dritten (Haupt-)Teil wurden die Effekte der jeweils eingeschlagenen kommunalen Stabilisierungspfade des Agenda-Prozesses begleitend untersucht und daraus abgeleitete Optimierungsvorschläge in den Agenda-Prozeß eingespeist. Diese Rückkoppelung wurde durch ein lokales „Begleitteam” gewährleistet, dem die Forscher, praktisch Verantwortliche und externe Berater des Agenda-Prozesses angehörten. Die Ergebnisse dieser begleitenden Aktionsforschung wurden dann, in einem vierten Arbeitsschritt, systematisch ausgewertet und in Handlungsempfehlungen für lokale Agenda umgesetzt.


  • Laufzeit des Projektes: 01.04.1999 – 31.03.2001
  • Projektmitarbeiter an der MPS: Prof. Dr. Karl-Werner Brand, Dipl.-Soz. Eva Christ, Dipl.-Soz. Angelika Heimerl

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