Der Verein

Die Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V. ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein.

Vorstände:


Zur Geschichte der MPS

Ein Rückblick anlässlich der 25-Jahresfeier der MPS (2004)
von Karl-Werner Brand

Am Anfang standen die Gründerväter Wolfgang Bonß, Helmut Dubiel, Ernst von Kardorff, Heiner Keupp und Elmar Koenen, aber ohne die Gründermutter, Barbara Riedmüller, wäre die Sache wohl nicht gelaufen.
Die Zeit, die späten siebziger Jahre, war noch reformschwanger – wenn auch in einem anderen Sinn als es die inflationäre, neoliberal geprägte Reform-Rhetorik heute nahe legt. Es waren die Nachwehen eines turbulenten Jahrzehnts, das mit dem anti-autoritären Protest, mit der gegenkulturellen Revolte und der Studentenbewegung begonnen, sich dann in ein breites Spektrum neomarxistischer, gleichermaßen naiver wie ernst gemeinter „revolutionärer“ Gruppen auf der einen Seite, in die sozial-liberale Reformbewegung mit ihrem breiten, gesellschaftskritischen Umfeld auf der anderen Seite gespalten hatte. Aber Mitte der siebziger Jahre kam der gesellschaftliche Reformimpetus, der seine Energien aus dem Streben nach individueller Emanzipation und sozialer Gerechtigkeit bezog, schon wieder zum Erliegen. Der Schwung, der von der Rezeption marxistischer und sozialistischer Traditionen ausgegangen war, erstarrte in leninistischen und maoistischen Kaderorganisationen oder degenerierte gar zum pseudo-militärischen Untergrundkampf (RAF) gegen das kapitalistische „Schweinesystem“. Das schürte de facto aber nur eine breite Terroristenhysterie und lieferte die Rechtfertigung für verstärkte staatliche Repression. Auf der parlamentarischen Ebene markierte der Rücktritt Willy Brandts das frühe Ende der Reformära. Die „Energiekrise“ und die in ihrem Gefolge einsetzende weltwirtschaftliche Rezession hatten zu einer Verschiebung der politischen Koordinaten geführt. Unter Helmut Schmidt wurde die Sicherung der wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands (wieder) zum zentralen Motto der Politik. (…mehr als PDF…)


Regeln guter wissenschaftlicher Praxis

Die Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V. sieht sich als sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut der Wahrung guter wissenschaftlicher Praxis verpflichtet und hat daher folgende Regeln festgelegt:

Allgemeine Prinzipien wissenschaftlichen Arbeitens:
Wahrheit und Ehrlichkeit haben bei der wissenschaftlichen Arbeit höchste Priorität. Jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler hat daher im Rahmen seiner bzw. ihrer Tätigkeit lege artis zu arbeiten und ist verpflichtet:

  • methodische Sorgfalt bei der Erhebung und Pflege der Daten walten zu lassen;
  • alle im Forschungsprozess erhobenen und für die Veröffentlichung relevanten Daten zu dokumentieren;
  • die verwendeten Methoden nachvollziehbar offen zu legen;
  • alle benutzten Quellen zu nennen;
  • Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von anderen Personen zu wahren;
  • die gewonnenen Ergebnisse kritisch zu prüfen;
  • die Ergebnisse unverfälscht und nachprüfbar zu veröffentlichen;
  • andere nicht in ihrer wissenschaftlichen Arbeit zu behindern.

Führungsverantwortung:

Jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler handelt eigenverantwortlich im Rahmen der ihm bzw. ihr übertragenen Aufgaben.
Die Projektleiterinnen und Projektleiter haben dafür zu Sorge zu tragen, dass die genannten Prinzipien in den Forschungsprojekten eingehalten werden. Dazu gehört auch, Formen der Zusammenarbeit innerhalb und zwischen den Projekten zu etablieren und ein Gesprächsklima zu fördern, das den wechselseitigen Austausch, die kritische Überprüfung von Ergebnissen und deren Integration zu einem gemeinsamen Kenntnisstand ermöglichen. Der Vorstand der Münchner Projektgruppe für Sozialforschung e.V. trägt die Verantwortung dafür, dass diese Voraussetzungen für gute wissenschaftliche Arbeit gegeben sind.

Betreuung des wissenschaftlichen Nachwuchses:

Besondere Bedeutung kommt der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und seiner Anleitung zur Beachtung der Prinzipien der guten wissenschaftlichen Praxis zu. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der MPS e.V. haben die Aufgabe, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten den wissenschaftlichen Nachwuchs zu betreuen und regelmäßig zu beraten.

Personalauswahl:

Bei der Auswahl von einzustellendem wissenschaftlichem Personal und bei der Delegation von Führungsverantwortung wird Originalität und Qualität als Bewertungsmaßstab stets Vorrang vor der Quantität eingeräumt.

Sicherung und Aufbewahrung von Daten:

Primärdaten als Grundlage für Veröffentlichungen und Beratungen müssen auf haltbaren und gesicherten Trägern für mindestens zehn Jahre aufbewahrt werden. Bei berechtigtem Interesse muss der Zugang zu diesen Daten gewährleistet sein.

Wissenschaftliche Veröffentlichung:

Als (Mit-)Autorin oder (Mit-)Autor kann nur genannt werden, wer wesentlich zum Forschungsplan, zur Durchführung der Forschungsarbeit, zur Darstellung der Ergebnisse und der Erstellung des Manuskripts beigetragen und der Veröffentlichung zugestimmt hat.
Die Autorinnen und Autoren tragen die Verantwortung für ihre Veröffentlichungen gemeinsam oder kennzeichnen ihre Einzelbeiträge namentlich.

Ahndung von Verstößen:

Ansprechpartner bei Fragen eines vermuteten Verstoßes gegen diese Regeln ist der Vorstand des Vereins. Bestehen Gründe, die eine Befangenheit des Vorstands nahe legen, dient der wissenschaftliche Beirat als Ansprechpartner.
Liegen begründete Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens vor, so befasst sich der Vorstand des Vereins mit der Aufklärung des Sachverhaltes und entscheidet in Absprache mit dem wissenschaftlichen Beirat über Sanktionen. Die oder der Betroffene sind anzuhören.

Umsetzung

Diese Regeln werden den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der MPS e.V. bekannt gemacht und sie werden zu deren Einhaltung verpflichtet. Dies gilt auch für neu einzustellende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

München, den 16. September 2004

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